Deutsche Crossmeisterschaft 2011
Am Samstag den 5. März 2011 fanden die Deutschen Crossmeisterschaften in einem kleinen Dorf namens Löningen statt. Wo liegt denn das, könnte man sich da fragen. Es ist ein kleines Kaff auf dem flachen Land im schönen Emsland, etwa 70 km nördlich von Osnabrück. In alter Tradition machen wir aus Wettkämpfen, die etwas weiter weg liegen immer einen kleinen „event". Dass heißt, wir machen mindestens eine Übernachtung und schauen uns noch ein bisschen die für uns ja dann meist neue Gegend an.
Da Löningen für das besagte Wochenende komplett ausgebucht war, mussten wir ein Zimmer im 12 km entfernten Herzlake reservieren (ein noch kleineres Kaff).
Am Freitag Morgen fahren wir in Bonn bei 8 Grad los. Als wir in Herzlake ankommen, sind es -1 Grad. Und wir hatten uns auf ein mildes, frühlingshaftes Wochenende gefreut. Nun gut, wir checken in das Hotel ein und machen einen kleinen Spaziergang durch das Örtchen. Um wieder warm zu werden, ziehen wir uns dann die Laufklamotten an und machen einen letzten ruhigen Dauerlauf entlang des kleinen Flusses „Hase", der durch unser Örtchen fließt. Die Natur ist sehr schön hier. Am späten Nachmittag fahren wir nach Löningen zum Wettkampfort, holen die Startunterlagen und gehen die Strecke ab. Es ist ein reiner Rasenparcours, leicht wellig mit kleinen Anstiegen und 4 eigebauten kleinen, aufgeschütteten Erdhügelchen. Nur kurz nach dem Start musste man eine 30m lange Sandgrube durchlaufen. Die Strecke ist wie gemacht für die schnellen Jungs, die auf der Straße Topzeiten laufen können. Für mich als Crossspezialist ein bisschen zu wenig „crossig".
Am nächsten Tag, dem Renntag, blicke ich morgens aus dem Fenster und sehe einen grauen Himmel und total vereiste Autos auf dem Parkplatz. Schon kommen mir Gedanken wie: also doch oben in Lang laufen? Ist der Boden vielleicht gefroren, so dass ich kurze Dornen brauche? Mal sehen, erst mal frühstücken. Gegen 10:00 Uhr fahren wir los nach Löningen. Mein Start ist um 11:30 Uhr, also noch genug Zeit zum Einlaufen usw. Aus den Wolken fallen vereinzelte Schneegriesel-Tropfen. Ich entscheide mich also doch für lang oben und die kurze Leggins. Allerdings bleibe ich bei den 12er Dornen, da der Boden nicht gefroren ist. Bei den Steigerungen fühle ich mich eigentlich nicht schlecht. Leider hatte ich bis 3 Tage vor dem Start eine lästige Erkältung, wodurch ich 8 Tage Training verlor und der Start hier sogar noch in Frage stand. Na ja immerhin kann ich laufen, obwohl ich fühle, dass der Körper wohl nicht 100% hergeben kann.
Der Startschuss fällt und ich reihe mich irgendwo im Mittelfeld ein. Bloß nicht zu schnell angehen. Die Vorgabe klappt ganz gut. Nach verhaltenem Start werde ich nicht mehr überholt, überhole aber selber noch ein paar Mann. So kämpfe ich mich durch und werde am Ende 21. In meiner Altersklasse M45. Als Entschuldigung für diese mäßige Platzierung muss man neben der Erkältung sicherlich die unglaublich starke Konkurrenz anführen. Ein Meisterschaftsrennen mit einer derart starken Besetzung habe ich lange nicht mehr erlebt. Am Ende bin ich aber noch zufrieden. Wichtig war für mich die Art und Weise, wie ich dieses Rennen absolviert habe. Mehr war heute einfach nicht drin.
Nach meinem Lauf fahren wir wieder zurück ins Hotel und wärmen uns beide auf. Die heiße Dusche tut gut. Gegen 14:00 fahren wir wieder nach Löningen zum Teil 2 der DM Cross. Astéria läuft um 15:30 Uhr zusammen mit der Frauen Hauptklasse und den Juniorinnen. Inzwischen ist das Wetter besser geworden. Die Sonne ist herausgekommen, immerhin haben wir jetzt 5 Grad plus! Während Astéria sich einläuft, verfolge ich den Lauf der Männer Mittelstrecke, ein echtes Highlight. Dann erfolgt der Startschuss für das Frauenrennen. Vorne geht mit Sabrina Mockenhaupt, der späteren Siegerin, und einigen schnellen jungen (hübschen) Mädels die Post ab. Astéria hält sich in der ersten Runde zurück. Ab der zweiten Runde arbeitet sie sich kontinuierlich nach vorne. Nach einem taktisch klugen Rennen wird sie am Ende 6. In ihrer Altersklasse W35 und wiederholt damit den Vorjahreserfolg von Stockach. Damit ist sie sehr zufrieden, zumal die Konkurrenz in der W35 auch nicht ohne war an diesem Tag.
Es bleibt festzuhalten, dass die DM Cross mal wieder eine Reise wert gewesen sind. Es hat Spaß gemacht, auf der interessanten Strecke zu laufen (auch wenn sie für meinen Geschmack zu schnell war). Die Meisterschaft war wie immer ein Erlebnis, sowohl als aktiver Läufer als auch als Zuschauer beim ein oder anderen Rennen der deutschen Spitze. Vielleicht konnte ich mit diesem kleinen Bericht dem einen oder anderen den Crosslauf an sich etwas näher bringen. Und wenn wir nächstes Jahr vielleicht mit einer Gruppe zu solch einer Veranstaltung fahren würden, wäre das Erlebnis noch intensiver.
Astéria und Jörg Wagner
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 29. März 2011 um 13:40 Uhr



























































































