Special - 10 Jahre Nordic Walking im Alfterer-SC

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Walking / Nordic-Walking Gruppe im Alfterer SC hatte die Abteilungsleitung unter Norbert Schüller, sowie Gabi und Hans-Georg Löhndorf sich ein besonderes Jubiläums-Schmankerl einfallen lassen. Die Rückblende auf ein anderes, zeitlich „nur" 12.900 Jahre zurückliegendes Ereignis - in geologischen Zeiträumen gerade mal ein Wimpernschlag - direkt vor unserer Haustür, in der Osteifel: Der verheerende Ausbruch des Laacher See-Vulkans.

Die Wucht des Ausbruchs entsprach 500 gleichzeitig gezündeten Atombomben des Hiroshima Typs. Eine sich der menschlichen Vorstellungskraft gänzlich entziehende Größenordnung, begleitet von einem Rauchpilz mit 30 bis 40 Kilometer Höhe, dessen Spuren bis nach Schweden und Italien reichten.

Einige Relikte des damaligen Infernos, wie z. B. die 50 Meter mächtige Wingertsberg-Wand können noch heute in der freien Natur besichtigt werden, andere nicht minder eindrucksvolle Überreste können im Lava-Dome, einer in dieser Art einmaligen Ausstellung bestaunt werden. Besonders die interaktiv gestalteten, d. h. den Besucher mit einbeziehenden Labor- und Versuchseinrichtungen, vermitteln ein anschauliches Bild der geophysikalischen und geochemischen Vorgänge bei einem derartigen Ereignis.

Unterstützt wird das Ganze durch moderne Medientechnik, die alle Sinne bei den entsprechenden Filmvorführungen anspricht und einer sehr aktuell gestalteten Nachrichtensendung, die eindrucksvoll aufzeigt, was eine derartige Katastrophe heute auslösen würde.

Nicht minder eindrucksvoll ist der Abstieg über 150 Stufen, durch eine 32 Meter dicke Bims- und Lavaschicht in die von Menschenhand geschaffenen Felsenkeller, im Bereich der erstarrten Basaltformation.

Mendig bDer Basalt wurde in mühevoller und entbehrungsreicher Handarbeit über viele Jahrzehnte bergmännisch abgebaut und zum Straßenbau, sowie als Baumaterial weiter verarbeitet. Bei Arbeitszeiten von täglich 10 Stunden betrug die Lebenserwartung der Bergleute damals gerade einmal 30 - 40 Jahre, eine heute unvorstellbare, menschenverachtende Knochenarbeit. 

 

Mendig aEtwas versöhnlicher stimmt einen nur die Kunde, daß die Felsenkeller aufgrund ihrer konstanten Temperatur von 5 - 8 ° Celsius von zuletzt 28 Bierbrauereien auch zur Herstellung und Lagerung des Gerstensafts genutzt wurden. Erst die Erfindung der Kühltechnik durch Carl von Linde beendete diese lukrative Nutzung. Heute können sich besonders mutige Brautpaare, sofern sie sich trauen, in einem als Trauraum hergerichteten Felsenkeller, das Ja-Wort geben.

Mendig c

 

Den Natur- und Umwelt Freund wird es freuen, wenn er erfährt, daß die Felsenkeller von etwa 30.000 bis 40.000 Fledermäusen jährlich als willkommene Überwinterungs-Station genutzt werden.

Für die trainierten Nordic-Walker war der Wiederaufstieg aus Mendigs beeindruckender Unterwelt ein willkommener Test der persönlichen Fitness, der insofern unter erschwerten Bedingungen absolviert wurde, als alle mit Schutzhelm und Friesennerz, zum Schutz gegen Steinschlag und Tropfnässe, ausgerüstet waren.

Hatte der Lava-Dome in einer geochemischen Küche uns die Möglichkeit gegeben, die verschiedensten Gesteinsarten durch Zusammenstellung der erforderlichen Zutaten zu erschmelzen, bot die Vulkanschänke allen Teilnehmern eine willkommene Gelegenheit, ihrerseits etwas für ihr leibliches Wohl zu tun.

Mendig dVom Wildschweinbraten, über Gemüse-Strudel, bis hin zum Felsenkellerbier der Vulkanbrauerei war alles im Angebot, die Nordic-Walker abschließend auch kulinarisch erfreute.

So sicher wie in Abrahams Schoß erfolgte nicht nur die Hin-, sondern auch die Rückfahrt in einem großräumigen Komfort-Reisebus, der von seinem versierten Fahrer so souverän, selbst durch engste Eifel-Sträßchen bewegt wurde, wie mancher von uns gerade einmal mit seinem PKW geschafft hätte.

Eine insgesamt hochinteressante generalstabsmäßig geplante und durchgeführte Exkursion, die sicherlich bei allen Teilnehmern nachhaltig als gelungenes 10-jähriges Jubiläum der Nordic-Walking Gruppe im Gedächtnis haften bleiben wird.

 

Helmut Lawitzka

 

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